Dr.
Klaus Wehmeier, stellv.»Was mich ganz besonders beeindruckt bei diesem Symposium ist die Beteiligung junger Leute, das ist ein sehr mutiger Ansatz« sagt Philip Flood, Direktor des Programms LSO Discovery beim London Symphony Orchestra. Er war einer der 180 Fachteilnehmer beim internationalen Fachsymposium THE ART OF MUSIC EDUCATION. Zwei Tage diskutierten 180 Musikvermittler, Konzerthausintendanten, Vertreter aus Kulturpolitik und Medien aus 12 Ländern in Europa, Amerika und Asien in der Körber-Stiftung darüber, wie insbesondere junge Erwachsene zwischen 15 und 25 Jahren für die Konzertmusik begeistert werden können. Praxisbeispiele international renommierter Konzerthäuser lieferten die unterschiedlichsten Lösungsansätze und Denkweisen. Immer wieder fiel der Begriff der »Nähe« zu Künstlern und direkten Erlebbarkeit von Kunst. Klassik, so viele Statements der Jugendlichen, wird keineswegs per se abgelehnt. Doch die Art der Präsentation, die Gestaltung der Programme, die Auftrittsrituale der Künstler, die Werbeformen und fehlende Angebote, sich selbst beteiligen zu können, lassen viele Jugendliche die Klassikwelt als »closed job« empfinden.
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(3): Christina KörteDoch an Initiativen, Konzerthäuser attraktiver zu machen, fehlt es nicht. Das unterstrichen Praxispräsentationen u.a. des Concertgebouw Amsterdam, der Chicago Symphony Hall, Tonhalle Düsseldorf und des London Symphony Orchestra. Den radikalsten Ansatz präsentierte Albert Schmitt, Geschäftsführer der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen. Das Weltklasseorchester hat sich auf Dauer in einer Bremer Gesamtschule einquartiert. Keiner der Schüler aus über 80 Nationen wird künftig an der Musik und an den Musikern vorbeikommen, und sei es beim gemeinsamen Mittagessen in der Schulmensa. Wie herausfordernd es ist, eine weltweit reisendes Orchester in die Abläufe eines Schulalltags einzubinden, umriss Albert Schmitt mit der Bemerkung: »Bitte nicht nachmachen, wenn Sie nicht 110-prozentig überzeugt sind, von dem was Sie tun«.

Überzeugung war auch das Stichwort der folgenden Diskussionen. Denn am Anfang jeder Vermittlungsarbeit, jedes Educationsprojekts muss die persönliche Überzeugung, die Begeisterung der Akteure stehen. Was damit gemeint ist, zeigte schon beim Auftaktabend die Sopranistin Annette Dasch. In einem »etwas anderen Liederabend« stellte sie eine geradezu fühlbare Brücke zum Publikum her und hatte auch die jüngeren Tagungsteilnehmer erobert. Unverblümt und mit geradezu frecher Sprache erzählt Annette Dasch von ihrem Bedürfnis; nicht nur an der Metropolitan Opera aufzutreten, sondern eine Haupt- und Realschule zu besuchen. Eine Teilnehmerin aus den USA formulierte diese Haltung für sich mit den Worten »I want to share what I love.«